Typische Verhaltensauffälligkeiten -
Die häufigsten Irrtümer                                (Seite 2 von 3)

Leider kursieren viele hartnäckige Irrtümer, die zu Misskonzepten führten und mit dafür verantwortlich sind, dass Katzen misshandelt, weggegeben oder sogar eingeschläfert werden. Die wohl häufigsten Fehlinterpretationen möchte ich hier kurz nennen.
(Hier mein Video dazu: Klick!)


»Die Katze ist aus Protest unsauber.« Es gibt unzählige gute Gründe für Katzen, unsauber zu werden. Aber nie handeln sie aus Provokation, Trotz oder Boshaftigkeit. Sie haben auch keinerlei Interesse daran, uns zu ärgern.

»Katzen fühlen sich erst in einer Gruppe richtig wohl.« Katzen sind keine Rudeltiere. Durch Gruppenhaltung (ab 3 +) auf begrenztem Raum entstehen die häufigsten Verhaltensprobleme erst.

»Die Katze ist sehr ängstlich/schreckhaft, die ist eben so.« Angststörungen machen einer Katze das Leben sehr schwer, teils unerträglich. Sie werden dennoch vielfach tatenlos hingenommen. Dabei sind sie meist gut behandelbar.

»Meine Katze will mir eins auswischen/mich dominieren/der Chef sein.« Erst durch solche falschen Vermenschlichungen kommt es zu immer weiteren Missverständnissen (und Aggressionen).

»Unsaubere/ungehorsame Katzen soll man bestrafen.« Jede (!) Maßregelung verschlimmert die Probleme nur.

»Der/die Kleine hat Welpenschutz.« Bei Katzen ist dieser nicht ausreichend vorhanden, um Kitten vor Angriffen zu schützen!

»Bei Konflikten muss ich dazwischengehen.« Menschliches Einmischen verzerrt kätzische Konflikte auf ein höheres Level und schafft doppelten Frust!

»Die Katze will bloß nach draußen, dann wird sie auch sauber (ruhiger/verträglicher) Freigang stellt nur sehr selten eine effektive Lösung für z.B. Unsauberkeitsprobleme dar. Die Ursachen sind meist ganz andere.

»Es reicht, wenn sich die Katzen ein Katzenklo teilen.« Völlig gegen die Natur der Katze. Es lebe die menschliche Bequemlichkeit.

»Clickertraining bekommt meine Probleme in den Griff.« Vorsintflutliches Clickern (in den 1940ern etabliert) beschäftigt vor allem den Halter. Therapeutisch wurde es längst von effektiveren, weniger zeitraubenden Methoden überholt.

»Ich habe schon Katzenverhaltensratgeber gelesen, hilft alles nicht.« Das Lesen von Ratgeberlektüre ist etwa so hilfreich wie ein Arztbuch: informativ, mit wertvollen Tipps, aber nicht heilend; man bleibt betriebsblind im eigenen Blickwinkel hängen. Kein Buch kann alle Probleme beheben oder eine individuelle Therapie ersetzen.

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Noch ein Wort zu Irrtümern und guten Tipps. Besonders in Internet-Foren werden unter Katzenfreunden massenhaft Tipps für jede denkbare Problemsituation ausgetauscht. Leider ist dieses - sorry! - Laienwissen zwar gut gemeint, aber meist erschreckend falsch. Vielfach verschlechtert sich die Lage noch und verhärtet das Problem, obwohl man doch scheinbar alles versucht hat.